Von höheren Mauern und die Blumen, die dort hinter wachsen...

Ich schließe die Augen und ein leichter Schwindel vernebelt mir die Sicht.
Schreibe mit geschlossenen Augen, es ist möglich, denn die Tatstatur kenn ich viel zu gut. Dieser Schwindel ist wie in einem besoffenem Kopf, nicht recht daheim und doch fühlt er sich wohl.

Ja, es stimmt, ich sehne mich nach Geborgenheit, aber nicht bei Basti. Allein, weil ich weiß, dass ich mich dort nicht mehr geborgen fühlen kann.
Ich suche zur Zeit eine Person, bei der ich wieder mein Herz lassen kann. Und genau das ist vielleicht das Verlangen, was du meinst, aber nicht richtig interpretieren kannst.
Ich habe nicht immer und überall das Verlangen nach Liebe, Geborgenheit usw. obwohl ich mich natürlich darüber freuen würde.
Vielmehr habe ich das Verlangen mein Herz zu verschenken. Ich möchte es nicht bei mir halten, es möchte raus, mich verlassen. Ich spüre immer wieder die leisen Versuche, wie es herausbrechen möchte. Es soll jemand anderes in den Schoß fallen, damit er achtgeben kann. Ich bin nicht fähig auf dieses Herz aufzupassen, es ist so wild, sieht so viel, hört so viel und sagt zu viel. Es rennt nach links, nach rechts, oben, unten und wieder zurück...
Es braucht einen Fänger, der es festhält, damit es nicht immer hin- und herrennt. Es lehnt mich ab... So war es schon eh und je, bis es einen Fänger gefunden hat. Der es bändigen konnte, in dessen Hände es sich formen lassen konnte.

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Und wieder ist das Wochenende fast vorbei. Wo ist die Zeit? In einer halben Stunde kommen der Hampelmann und Tim zum Arbeiten. Ich kenne das Thema noch nicht mal ganz genau... Aber immerhin schon etwas vorgearbeitet, wo ich mir sicher war, dass es drankommen würde.

Das Konzert am Freitag war wirklich gut. Rein musikalisch betrachtet... Wenn ich mir die Umgebung bzw. die Besucher anschaue eher bescheiden. Lauter Mode-Emos und ich fühlte mich so alt... frage ich mich doch, wie sich die anderen gefühlt haben mussten, mit denen ich dort war und allesamt älter als ich sind...
Nachdem viele Emotionen hochkochten, sowohl bei dem Hampelmann als auch bei mir, hatte sich der Abend eher negativ entwickelt, zumindest was meine Stimmung betrifft. Das Gute war jedoch, dass wir danach noch ins Woody's, ein wenig tanzen gegangen sind. Wo es allerdings eher interessante Gespräche gab, anstatt wie wild zu tanzen.
Mhm, es wurde ein lustiger Abend... Wobei nach und nach schlechte Laune von links und rechts kam. Ich weiß nicht was los war, ich würde ihn fast den "Abend der Gerüchte und Aufklärungen" nennen.

Ich weiß noch nicht was ich von dem Ganzen halten soll... War Freitag kurz davor etwas Dummes zu machen. Aber ich habe es gelassen und bin gerade ganz glücklich mit der Entscheidung, immerhin habe ich doch meine Vorstellungen. Und ich denke, ich kann sie erfüllen, solange ich mich unter Kontrolle bringe und das gelingt zur Zeit sehr gut. Fragt sich nur wielange noch...

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Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Im Allgemeinen scheint wohl eine "Arschloch-Phase" im Umlauf zu sein... Mit ihm ist vieles nun geklärt, ok, ich hatte in einigen Dingen, was Freitag angeht Unrecht. Im Großen und Ganzen allerdings hab ich zu oft Recht. Es nervt mich selbst... es stellte sich vieles hinaus, ein größerer Idiot als gedacht? Was solls... mir sind dadurch viele Dinge für mich selbst klar geworden und das freut mich. Ich bin etwas lockerer und die Gefühle sind mehr und mehr auf ihrem Rückweg.

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Der fünfte Tag... glaube ich habe noch nie solange für einen Blogeintrag gebraucht. Wieder hat eine neue Woche begonnen, ob sie so endet wie die letzte ist fragwürdig. Es kann doch nicht sein, dass ich 50min brauche, um lediglich die wichtigsten Dinge dem Engelchen zu erzählen und dabei habe ich wirklich alles sehr kurz gefasst, meiner Ansicht nach zumindest. Es ist zuviel. Schlicht weg zuviel.
Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, was ich machen soll, was ich von mir selbst halten soll bzw. von meinem Herzen. Denn ich weiß, es möchte wegrennen, doch warum bleibt es bei mir, wenn sein Wille doch ein anderer ist. Es sitzt ruhig in meiner Brust, schlägt dann und wann mal wild, doch in der nächsten Minute schweigt es wieder. Möchte noch ein Weilchen ruhen. Macht sich klein und unbedeutend, schützt sich selbst, sitzt zusammengedrückt in der Ecke mit dem Gesicht zur Wand, möchte nicht sehen, was passiert, wer seine Arme ausbreitet oder nicht. Spielt die drei Affen nach auf einen Schlag: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen!
Und ich ... ich weiß nicht, ob es gut ist oder schlecht. Habe Angst es könnte kleiner und kleiner werden, taub-stumm und blind. Doch ist es vielleicht besser, ich weiß, dass es nicht besser ist. Jedoch... möchte in keine Fallen tapsen, kein Bär soll mich mit seinen Krallen fangen, mir Angst einjagen und wenn ich versuche zu fliehen sieht er aus wie ein lieber Teddybär mit großen treuen Augen. Dann schreit er wieder und kitzelt mich mit scharfen Krallen... so geht es hin und her. Spielt mit mir Katz' und Maus, bis die Katze die kleine Maus wegwirft, weil sie ein neues Spielzeug hat.
So sieht es aus und nicht anders. Widersprüchlich und paradox, wie es schon immer war.

Dieses Telefonat lässt mich nicht los. Es war so einfach und doch so schwer. Meine Gefühle scheinen gefroren für einen Moment, doch denkt mein Kopf zuviel.

Möchte lachen und Witze machen.

Doch ich weiß, dass das nicht geht. Das mein Kopf nicht will auch wenn ich mich danach fühle. Es ist zuviel, zuviel geschehen, zuviel gesagt. Es ist mir egal. Ein Eisblock kann nur schweigen. Doch denkt und denkt mein Kopf, kennt die Erniedrigung, den Schmerz, den es gab. Die Wut in meinem Bauch, die in meinem Kopf nun herrscht. Die Enttäuschung, die von den Füßen bis in die Haarspitzen zieht, durch Mark und Bein. Die Erinnerungen nagen. Sie haben Löcher gefressen, so dass es sich wandeln muss, die Löcher zu stopfen und was nicht mehr zu flicken ist wird herausgetrennt und fort geworfen.
So steh ich dort, schaue in den Spiegel. Das Bild hat sich verändert: Es ist noch blasser geworden, hat sich wieder weiter entfernt und ich sehe die Maurer weiterarbeiten, die ihre Aufgabe einst niederlegten. Sie bauen sie nicht erneut, sie nehmen ihre Arbeit nur wieder auf.

19.11.07 21:00

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