In zwei geteilt...

Jammerlappen:

Krank sein ist scheiße. Ok, ich wollte immer mal wieder krank sein, das möchte ich ständig. Man kann mich für bekloppt halten. Doch wenn man dann wirklich krank ist, hat man einfach keine Lust mehr. Mein Schädel fühlt sich bei jeder Bewegung an, als würde er platzen, essen ist mehr ein Auftrag als Genuss, reden macht keinen Spaß und das bei einer diskutierfreudigen Person wie mir... Feiern gehen wird auch schlecht und das Wochenende ist so nah. Hoffe das Antibiotikum hilft, der Doktor behält recht und Freitag (sprich morgen) sollte es mir besser gehen. Warum sowas immer in den unpassensten Momenten? Mitten in der Klausurenphase... und dazu feiern Kira und Yasmin Samstag ihren Geburtstag, ich sollte Kiras Geschenk besorgen, hatte sogar ne richtig geile Idee. Hoffe, wenn ich nicht morgen wieder fit bin, dann wenigstens Samstag, damit ich noch alles besorgen kann.
Naja, glaub ich hab genug gejammert. Mein Vater hat immernoch kein Geburtstagsgeschenk von mir bekommen. Ehrlich gesagt, habe ich auch nicht das Bedürfniss danach. Er geht mir auf die Nerven, nicht nur irgendwie und irgendwann mal. Nein, kontinuierlich... Und das nervt mich noch am meisten, dass ich nichts zu seinen scheiß Sprüchen sagen kann, weil ich nur irgendwas daher flüstern würde, was eh kein Mensch versteht. Der totale Beschiss, ich sags euch.
Möchte ausziehen aus diesem Irrenhaus, ist doch kein Wunder, dass ich von Tag zu Tag gereizter werde. Dauerfolter und nichts anderes. Würd ihm gerne mal eine reinschlagen, hätte ich nicht doch noch irgendwo im Hinterkopf, dass er mein Vater ist.
Wobei ich mich oft frage, ob ich etwas von ihm geerbt habe. Gott steh mir bei und sag "nein". Damit möchte ich nicht sagen, dass er irgendetwas spezielles schlimmes macht.
Verbringe einen Tag mit meinem Vater und du hast das Gefühl, das Niveau ist das vom Ballermann. Dass du zwischendurch angebrüllt wirst von einem hochroten Kopf, der noch nicht mal recht hat. Ist dabei normal. Dass du angebrüllt wirst, obwohl du ihm gerade sagen willst: "ja, ich denke das nächste mal dran." und das noch nicht mal in einem patzigen Ton, ist normal. Dass du ihn gegen die Wand schlagen möchtest, weil er mal wieder dich und deinen Freund/in in den Dreck gezogen hat, obwohl er keinen kennt, weder Tochter/Sohn noch dessen Freund/in, ist normal. Bleibt die Frage offen, warum ich es so nah an mich ranlasse, dass ich diesen Sommer wegen so einem Scheiß, eine halbe Stunde geheult habe. Vielleicht macht es mich nur langsam wie alle anderen aus dieser Familie fertig. Und jeder geht dabei seinen eigenen Weg. Mein Bruder stumpft einfach mal ab, auf das Niveau meines Vaters. Meine Schwester landete beim Psychologen und meine Mutter... keine Ahnung, vielleicht ist sie der Engel unserer Familie, die sie zusammenhält, obwohl sie schon auseinander gefallen ist. Ich liebe meine Mutter, ebenso wie meine Schwester. Und obwohl ich oft daran zweifle, würde ich wahrscheinlich weinen, wenn mein Bruder oder mein Vater stirbt. Sie sind mir beide so fern, doch nur mein Bruder ist mir unbekannt.

Doch nun stop mit dem Rumgejammer.

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Alles scheint so wohl bekannt und gleichzeitig neu und fern. Es sind Wünsche, Reize... bestimmt von einer Hoffnung auf etwas besseres.

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"Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis."
(Woody Allen)

Diesen Spruch habe ich vor einiger Zeit schon entdeckt. Glaube ich habe noch nie einen passenderen gelesen. Denn wer kann schon von sich behaupten, dass er noch nie Probleme damit hatte? Ich für meinen Teil schließe mich Woody Allen vollkommen an. Ob es nun vor einer Beziehung war oder in einer, in der dein Herz dir sagte: "Bleib" und dein Kopf erwiderte: "Geh, bevor es zu spät ist!" Ich sag euch eines: In diesem Falle hört auf einen Kopf. Man könnte meinen ich sei frustriert, aber jahrelange Erfahrungen machen einem etwas klar. Wenn du einigermaßen intelligent bist, höre immer auf deinen Verstand.
Nun kann ich selbst nicht von mir behaupten, dass es ich jemals getan habe. Mein Herz war oft zu stark und wenn es zu stark war und er sich nicht trennte, baute sich eine Art Schutzwall auf, wo ich alle Markel sah, all das, was mir nicht gefiehl, mich anekelte. Bis meine Gefühle darunter zu Grunde fielen. Doch dieses dauerte zwei Jahre, wenn man es von Anfang an nehmen wollte wohl eher 3 1/2. Eine lange Zeit, für einen so jungen Menschen. In Ordnung, ich gebs zu, ich bin frustriert. Denke oft drüber nach, was alles hätte anders sein können, wenn ich schon früher den Mumm gehabt hätte. Wenn ich auf meinen Verstand gehört hätte... ich würde nicht mehr als Idiot darstehen. Aber vielleicht sind genau das die Erfahrungen, die wir machen müssen...

29.11.07 13:50

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