Zukunft = Angst

Schonwieder spät, schonwieder in der Woche weniger als fünf Stunden Schlaf und schonwieder sitz ich doch noch hier und versuch etwas zu schreiben. Ich versuche weniger, mehr habe ich das Bedürfnis danach.

Ein unstillbarer Durst rennt in mir. Ich kann ihn nicht löschen. Bin ausgefüllt bis auf die letzte Sekunde und dennoch habe ich das Gefühl, ich müsse noch mehr machen. Schule kann mich nicht ausfüllen, meine Hobbies sind es auch nicht... Ich brauche meine Aufgabe. Meinen Sinn, warum es mich gibt. Ich muss diese Aufgabe erledigen und zwar jetzt und nicht irgendwann. Darf keine Zeit verbringen mit Dingen, die mich nur noch durstiger machen.
Wenn ich wüsste, welche diese sind und welche Aufgabe die meinige ist...
Fühle mich leer und nutzlos. An allem scheint der Sinn verloren gegangen zu sein.

Vielleicht ist es die Angst, bald kommen die Zeugnisse, sieht nicht ganz so rosig aus, wie ich es mir erhofft hatte. Man weiß es noch nicht, doch sind es nichtmal zwei Wochen, bis die Noten eingetragen sind, wir bekommen unserer Zettel, dass wir uns entscheiden, wo wir uns wie prüfen lassen. And I don't know anything... It's a fucking mass... Zwei Wochen, um die Unterschriften zu sammeln.
Was mach ich wenn ich es nicht schaffe? Wenn ich ein Jahr wiederholen müsste? Ich würds nicht tun, vielleicht will man mich zwingen, doch das geht nicht. Bin zu stolz und doch weiß ich nicht, was ich machen sollte. Ohne Abi hab ich keine Idee mehr für meine Zukunft. Es ist alles schon so vorgeschrieben, geplant und dieser Mensch war ich. Ich schrieb es mir vor, verbannte alle anderen Möglichkeiten. Nun sitz ich hier, mir fällt nicht ein, was ich machen soll. Habe Angst zu versagen und doch tu ich ncihts, was genau das aufhalten könnte. Ein Teufelskreis, den ich anhalten könnte, aber es aus welchen Gründen auch immer nicht tue.

Fühle mich dämlich, bin für mein Schicksal verantwortlich und gehe damit um, als wäre es ein Ball, den ich ersetzen könnte, falls er verloren geht.
So werfe ich es hoch und fange es wieder auf. Spiele, ohne Rücksicht auf Verluste.
Dummheit, ein anderes Wort fällt mir nicht ein.

Das wohl letzte Weihnachtsschulkonzert steht vor der Tür. Das Siebte.
Und nun habe ich es in sieben Jahren nicht geschissen bekommen, dass mein Freund dabei ist. Diese Feier bedeutet viel für mich. Es ist Klischee, mehr als das, traditionell und spießig. All das, was ich nicht mag. Und doch liebe ich dieses Gefühl da zu sitzen, den verschiedenen Vorführungen zu folgen, im Chor jedes Jahr die gleichen Lieder singen. Die Menschen, die ich kenne. Die Schule einfach anders als sonst. Freiwillig, warmherzig...
Ich habe es mir vorgestellt, vielleicht sollte es mir peinlich sein, vielleicht ist es mir sogar... doch habe ich mir oft vorgestellt, eine Person dabei zu haben, die mir viel bedeutet. Abgesehen von meiner Familie... Eine Person, der ich zeigen kann, wo ich 30 Stunden die Woche verbringe, wo ich soviele Freunde gefunden habe, was mich so geprägt hat. Wo ich mich wohlfühle, wo ich teilweise gerne hingeh. Ich mag meine Schule, sie hat Geschichte. "Eliteschule" hin oder her, soll man sagen was man will. Es ist die Schule, wo ich hinwollte, wo ich nicht wieder wegwollte und ich weiß, ich hätte mich woanders nicht so wohl gefühlt.
Sieben Jahre... für meine 19 Jahre Lebenserfahrung ist das eine ganze Menge. Werde melancholisch, warum? Wer weiß, verfolgt mich schon den ganzen Abend. Dieses Gefühl allein zu sein und nicht zu wissen, wo man hingehen soll, wenn der Weg gesperrt wird. "Aufgrund von Bodenschäden gesperrt"

Ich habe Angst...

5.12.07 01:30

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen